Edition TelevIZIon

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Ein bisschen wählen dürfen... Jugend - Politik - Fernsehen

Eine Untersuchung zur Rezeption von Fernsehinformation durch 12- bis 17-Jährige

Schriftenreihe Edition TelevIZIon
München 2000, 212 Seiten
ISBN 978-3-934079-15-1
18,50 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Produktbeschreibung

"Ein bisschen wählen dürfen ..." - so formuliert eine 13-Jährige ihre Erwartungen an die Politik. Sie drückt damit den Wunsch nach Partizipation am politischen Leben ebenso aus wie die Ahnung, dass Jugendliche hierfür wenig Raum haben. Eine Demokratie lebt von der Aktivität ihrer Mitglieder, und die Bereitschaft zu politischem Denken und Handeln wird in der Kindheit und der Jugend grundgelegt. Neben Elternhaus und Schule kommt den Medien, allen voran dem Fernsehen, hierbei besondere Bedeutung zu.
Welches Verständnis haben Jugendliche von Politik? Wo sehen sie sich selbst im gesellschaftlichen Leben? Was ist in ihren Augen wichtige Fernsehinformation? Wie nutzen und wie verwerten sie Informationssendungen? Diese Fragen wurden in einer Studie für die Altersgruppe 12- bis 17-jähriger Jugendlicher aus Ost- und Westdeutschland untersucht. Die Ergebnisse verweisen darauf, dass politische Bildung eine wichtige Aufgabe für alle Bildungseinrichtungen sein muss, will man den Jugendlichen die Fähigkeit vermitteln, aus dem Fernsehen relevante Informationen herauszufiltern und ihre zukünftige Aufgabe als demokratische Staatsbürger wahrzunehmen.
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort der Auftraggeber
Vorwort der Herausgeber
Bernd Schorb und Helga Theunert

1 Jugend - Politik - Fernsehen: Einführung und Fragestellung
1.1 Stand der Forschung
1.1.1 Was ist Jugend?
1.1.2 Welche Leistungen vollbringt Jugend?
1.1.3 Was heiÃźt Jugend heute?
1.1.4 Jugend ohne Interesse für Politik?
1.1.5 Politik ohne Interesse für Jugend?
1.1.6 Welche Bedeutung hat mediale Information?
1.1.7 Nutzen Jugendliche Fernsehinformation?
1.2 Die Untersuchung
1.2.1 Das Ziel und die Fragen
1.2.2 Die Untersuchungskonzeption
1.2.3 Die Untersuchungsschritte
1.2.3.1 Exploration: Face-to-Face-Befragung von 210 Jugendlichen
1.2.3.2 Vertiefung: Intensivinterviews mit 23 exemplarischen Jugendlichen
1.2.3.3 Dialog: Perspektivenaustausch zwischen Jugend, Politik und Fernsehen
1.2.3.4 Analysen: Strukturen und Inhalte relevanter Fernsehinformation


Achim Lauber und Daniel Hajok

2 Freizeit und Politisches: Interessen Jugendlicher
2.1 Sport und Musik, Umwelt und Frieden - Was Jugendliche interessiert
2.1.1 Die Mehrheit interessiert sich auch für politische Themen
2.1.2 Alter und Anregungsmilieu moderieren das Interesse an politischen Themen
2.1.3 Konkrete Lebenslagen beeinflussen die Aufmerksamkeit
2.2 Institutionen, Inhalte, Köpfe - Was Jugendliche unter Politik fassen
2.2.1 Formale Definitionen von Politik
2.2.2 Inhaltliche Definitionen von Politik
2.2.3 Personenbezogene Definitionen von Politik
2.3 Lehrstellen und Frieden - Was Jugendliche von der Politik erwarten
2.3.1 Wo politischer Handlungsbedarf gesehen wird
2.3.2 Lebensweltnähe bestimmt die Erwartungen an Politik
2.4 Unterschreiben und Demonstrieren - Wie Jugendliche sich engagieren (würden)
2.4.1 Formen politischen Engagements
2.4.2 Für und wider politisches Engagement


Susanne Eggert und Julia Inthorn

3 Von Explosiv bis Tagesschau: Information im Fernsehen
3.1 258 Stunden und 39 Minuten - Fernsehinformation pro Woche
3.1.1 Was es wo zu sehen gibt
3.1.2 Was wie oft und wann gezeigt wird
3.2 Beziehungsprobleme am Nachmittag und Haushaltsdebatten am Abend - Informationsangebote im Fernsehen
3.2.1 Nachrichten: Das Wichtigste in Kürze
3.2.2 Politische Magazine: Hintergründe und Zusammenhänge
3.2.3 Polit-Talk: Experten debattieren
3.2.4 Boulevardmagazine: Einzelschicksale und Sensationelles
3.2.5 Talkshows: Konflikte aus dem Alltag


Daniel Hajok

4 Information oder Infotainment: Zugänge und Urteile von Jugendlichen
4.1 Medien, allen voran das Fernsehen - Informationsquellen Jugendlicher
4.1.1 Medien und Personen als Informanten
4.1.2 Medien am wichtigsten, Eltern am glaubwürdigsten
4.1.3 Fernsehen an erster Stelle der medialen Informationsquellen
4.2 Es darf auch unterhalten - Nutzung von Fernsehinformation
4.2.1 Erst die Unterhaltung, dann die Information
4.2.2 Explosiv, Tagesschau und taff. in der Nutzung vorn
4.2.3 Nachrichtensendungen und Boulevardmagazine bevorzugt
4.2.4 Interesse und Gewohnheit als zentrale Nutzungsmotive
4.3 Boulevardmagazine am besten, Talkshows am schlechtesten - Bewertung von Fernsehinformation


Susanne Eggert und Helga Theunert

5 Aktiv, human, ichbezogen: Weltbilder Jugendlicher und ihre Bedeutung
für Politik- und Informationsverständnis
5.1 Politisch aktiv, aber kritisch gegen das System - Die Aktionisten
5.1.1 Gleichheit und Selbstbestimmung als Lebensprinzipien
5.2 Wertorientiert und integriert in sozialen Welten - Die Humanisten
5.2.1 Mitgefühl für sozial Benachteiligte
5.2.2 Engagiert in der demokratischen Gesellschaft
5.2.3 Rational-distanzierte Beobachtung der Gesellschaft
5.3 Auf die eigene Person und die eigene Lebenswelt fixiert - Die Egozentrierten
5.3.1 Politik noch nicht im eigenen Horizont
5.3.2 Politik als Aufgabe der anderen
5.3.3 Infotainment als Lebenshilfe
5.3.4 Realitätswahrnehmung bestimmt durch persönliche Probleme
5.4 Ein Sonderfall - aber nicht randständig
5.5 Die Typen im Vergleich - Zusammenfassung
5.5.1 Die Weltbilder von 12- bis 17-Jährigen - noch nicht verfestigt
5.5.2 Sichtweisen auf Gesellschaft und Politik - Je nach Typus souverän oder abhängig
5.6 Bedeutung von Fernsehinformation - Gespalten in Wissens- und Unterhaltungssuche


Helga Theunert und Bernd Schorb

6 Die interessierte Jugend: Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
6.1 Auf dem Weg zum Erwachsensein - Die Entwicklung des Informationsinteresses
6.1.1 Meinungen bilden und festigen sich auch durch Fernsehinformation
6.1.2 Im Ãśbergang zum Jugendalter beginnt sich das Informationsinteresse auszuformen
6.1.3 Im Jugendalter nähert sich das Informationsinteresse dem von Erwachsenen
6.2 Aktionisten, Humanisten und Egozentrierte - Typische Weltbilder in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen
6.3 Nicht diese Politik - Das Politikverständnis der Jugendlichen
6.3.1 Zur Politik des Staates gehen Jugendliche auf Distanz
6.3.2 Politisches wird von Jugendlichen wertgeschätzt
6.3.3 Nur wenige Jugendliche werden politisch aktiv
6.4 Vielerlei ist informativ - Das Informationsverständnis der Jugendlichen
6.4.1 Der Informationsbegriff von Jugendlichen ist weitgefasst
6.4.2 Nicht alle sehen und mögen die gleiche Information
6.5 Die Informationskluft - Trennlinie zwischen den Nah- und den Weitsichtigen
6.5.1 Die Weitsichtigen informieren sich umfassend
6.5.2 Die Nahsichtigen konsumieren Infotainment
6.6 Schlussfolgerungen - Anregungen, die Jugend zu integrieren
6.6.1 Räume für politisches Handeln Jugendlicher öffnen
6.6.2 Die Informationskluft schlieÃźen


Literatur
Anhang
1 Fragebogen für die Face-to-Face-Befragung
2 Leitfaden für die Intensivinterviews
3 Liste der in die Analyse aufgenommenen Sendungen
4 Dialog zum Perspektivenaustausch zwischen Jugend, Politik und Fernsehen - Das Tagungsprogramm


Die Autorinnen und Autoren