Medien im Deutschunterricht Beiträge zur Forschung

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Zu zweit am Computer

Interaktive und kommunikative Dimensionen der gemeinsamen Rezeption von Spielgeschichten im Deutschunterricht der Grundschule

Band 9, München 2012, 311 Seiten
ISBN 978-3-86736-261-0
22,80 EUR
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Produktbeschreibung

Die Anwendung von (kinderliterarischen) Spielgeschichten erfolgt häufig zu zweit. Dabei sind die gemeinsamen Rezeptionsprozesse am Computer überaus komplex: Das Medienangebot wird erst im Nutzungsprozess realisiert, wobei die Realisierung von den Bedeutungsstrukturen des Medienangebots selbst, von der Medienkommu-nikation zwischen diesem Angebot und den spielenden Kindern, von den Begleitin-teraktionen zwischen den Kindern und nicht zuletzt von den Handlungsorientierungen der Kinder abhängt. Diesen Dimensionen und ihrem Zusammenspiel geht die im Schnittbereich von (deutschdidaktischer) Unterrichts- und Medienrezeptionsforschung angesiedelte, qualitativ-empirische Untersuchung nach. Die übergreifende Frage lautet, wie Kinder die gemeinsame Rezeption von Spielgeschichten gestalten und inwiefern solche gemeinsamen Rezeptionssituationen lernförderlich sind. Zu Antworten gelangt die Autorin über die Produktanalyse einer kinderliterarischen Spielgeschichte (Eine Woche voller Samstage von Paul Maar) und die interpretative Analyse von Prozessen ihrer (in Bild-in-Text-Transkriptionen festgehaltenen) interaktiven Rezeption im Grundschulalltag. So zeigt sie auf, wie sich die untersuchten Kinder bei der gemeinsamen Spielgeschichtenrezeption insgesamt mehr an dem spielerischen als an dem narrativen Gehalt des Angebots orientieren, wie die Kinder Schwierigkeiten, die auf der Ebene der Medienkommunikation auftreten, mitunter gemeinsam auf der Ebene der Begleitinteraktion bearbeiten (und umgekehrt) oder dass die Kinder lern-förderliche Potenziale häufig nicht nutzen. Der didaktische Ausblick zielt im Kern auf eine Verlangsamung derartiger Rezeptionsprozesse, auf die Unterstützung von Begleitinteraktionen sowie auf die didaktische Einbettung gemeinsamer Rezeptionserfahrungen in Klassengespräche.
 

Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Kapitelübersicht


Teil I: Grundlagen

2 Interaktion, Medienrezeption und Spielgeschichten


2.1 Ein Beispiel

2.2 Interaktion in begrifflichen Kontexten
2.2.1 Interaktion und Kommunikation
2.2.2 Interaktion und Interaktivität
2.2.3 Sprache, Sprechen und Lernen in Interaktionen
2.2.3.1 Multimedialität, Multimodalität und Indexikalität von Sprache und Sprechen
2.2.3.2 Dekontextualisieren, Externalisieren, Erzählen und Argumentieren beim Lernen in Interaktionen
2.2.4 Handlungskoordination, Kooperation und empraktischer Sprachgebrauch in Interaktionen

2.3 Medien und Medienrezeption(sforschung)
2.3.1 Zum Begriff Medien
2.3.2 Multi- und Hypermedialität, Interaktivität und Symmedialität
2.3.3 Medienrezeption(sforschung)
2.3.3.1 Ethnomethodologischer und strukturanalytischer Ansatz
2.3.3.2 Phasen von Rezeptionsprozessen
2.3.3.3 Anschluss- und Begleitinteraktionen

2.4 Spielgeschichten
2.4.1 Zur Medienform Spielgeschichte
2.4.2 Rezeption oder Realisation von Spielgeschichten?
2.4.3 Zum Einsatz von Spielgeschichten im Deutschunterricht der Grundschule

2.5 Modell der gemeinsamen Rezeption von Spielgeschichten


3 Empirische Studien im Forschungsumfeld

3.1 Zur Medienform Spielgeschichte und ihrer Rezeption

3.2 Zum Vergleich der Rezeption alter und neuer Medien

3.3 Zur gemeinsamen Rezeption von Fernsehangeboten

3.4 Zu Interaktion und Kooperation vor dem Computer

3.5 Fazit


4 Zur Anlage der Untersuchung

4.1 Forschungsfragen im Ãśberblick

4.2 Methodologische Ãśberlegungen
4.2.1 Qualitativ, rekonstruktiv, interpretativ
4.2.2 Abduktion und Komparation
4.3 Forschungskontext und Untersuchungsfeld

4.4 Methoden der Datenerhebung, ‑auswahl, ‑bearbeitung und ‑analyse
4.4.1 Datenerhebung: Beobachtung, Feldnotizen, Video- und Bildschirmaufzeichnungen
4.4.2 Datenauswahl: Sampling-Kriterien und ausgewählte Szenen
4.4.3 Datenbearbeitung: Bild-in-Bild-Schnitt und Bild-in-Text-Transkription
4.4.4 Datenanalyse: Ethnomethodologisch orientierte Sequenzanalyse


Teil II: Analysen

5 Produktanalyse: „Eine Woche voller Samstage“ (Maar 1973 und 1998)


5.1 Die literarische Vorlage

5.2 Die Struktur der Spielgeschichte

5.3 Analyse ausgewählter Passagen aus dem ersten Spielgeschichtenteil
5.3.1 Herr Mon besucht Herrn Taschenbier (Montag à Dienstag)
5.3.2 Sortieren der Wochentage (Mittwoch)
5.3.3 Wolken-Reiben (Donnerstag)
5.3.4 Büro-Aufräumen und Luftballonzerstörmaschine-Bauen (Freitag)

5.4 Zum Charakter der adaptierten Erzählung

5.5 Spieleradressierungen und Rollenzuweisungen

5.6 Probleme beim Umgang mit der Spielgeschichte


6 Analyse von Szenen gemeinsamer Spielgeschichtenrezeption

6.1 Zeyneb und Ethelda verfolgen Herrn Mons Besuch (Montag à Dienstag)
6.1.1 Einführung
6.1.2 Transkript
6.1.3 Analyse
6.1.4 Zusammenfassende Interpretation

6.2 Zeyneb und Ethelda sortieren die Wochentage (Mittwoch)
6.2.1 Einführung
6.2.2 Transkript
6.2.3 Analyse
6.2.4 Zusammenfassende Interpretation

6.3 Matthias und Bilgi reiben Wolken (Donnerstag)
6.3.1 Einführung
6.3.2 Transkript
6.3.3 Analyse
6.3.4 Zusammenfassende Interpretation

6.4 Gerard und Mustafa suchen Herrn Obersteins Schlüssel (Freitag)
6.4.1 Einführung
6.4.2 Transkript
6.4.3 Analyse
6.4.4 Zusammenfassende Interpretation


7 Komparative Theoretisierung – Ergebnisse und Deutungen

7.1 Das Zusammenspiel von Medienkommunikation und Begleitinteraktion
7.1.1 Das Zusammenspiel der Aufmerksamkeitsausrichtungen
7.1.2 Arbeitsteilung, Mausbesitz und -aushandlung
7.1.3 Arten der Bezugnahme durch die RezipientInnen

7.2 Die Strukturierung des Medienangebots
7.2.1 Narrative Sequenzen und situative Komplexe
7.2.2 Spielerklärungen, Adressierungen und Rollenzuweisungen bzw. ‑übernahmen

7.3 Handlungsleitende Themen, Handlungsorientierungen und didaktische Rahmung
7.3.1 Handlungsleitende Themen
7.3.2 Handlungsorientierungen
7.3.3 Didaktische Rahmung

7.4 Lernpotenzielle Momente


8 Rückblick und Ausblick

8.1 Rückblick

8.2 Didaktischer Ausblick

8.3 Forschungsausblick


Literatur
Transkriptionslegende