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Öffentlichkeit als Therapie?

Zur Motivation von Daytime-Talk-Gästen

München 1998, 176 Seiten
ISBN 978-3-929061-50-5
14,80 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Produktbeschreibung

Warum nehmen Menschen an Fernsehsendungen wie „Fliege“ oder „Arabella“ teil? Warum plaudern sie öffentlich über ihre Vorlieben, Hoffnungen und Ängste? Und warum verraten sie im Angesicht von Millionen Fernsehzuschauern intimste Details ihres Privatlebens? Im einzelnen geht es bei der Analyse der Motivation von Daytime-Talk-Gästen um die Beantwortung der folgenden Fragen: o Welche Bedeutung wird dem Auftritt von der Person beigemessen? o Welche Funktion soll der Auftritt erfüllen? o Welche aktivierten Motive stehen hinter dem Handlungswunsch Fernsehauftritt? o Welche Erwartungen bzw. erwarteten Folgen werden mit dem Auftritt verknüpft? o Hofft der Gast auf eine therapeutische Wirkung des Auftritts, die mit den Zielen von Psychotherapie vergleichbar wäre?
Dieses Buch bietet Antworten auf der Grundlage psachologischer, kommunikationswissenschaftlicher und soziologischer Erkenntnisse sowie als Ergebnis einer problemzentrierten Befragung von Talkshow-Gästen. Gleichzeitig entwickelt die Autorin einen theoretischen Rahmen zur Analyse der Motivation von Talkshow-Gästen. Und nicht zuletzt gibt sie einen umfangreichen und aktuellen Ãśberblick über den Stand der Forschung zum Daytime Talk.
 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Problemstellung - Ziele - Methoden
1.1 Problemstellung

1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit

1.3 Untersuchungsdesign und Methoden

1.3.1 Kriteriengeleitete Auswahl der Einzelfälle

1.3.2 Phasen der Datenerhebung

1.3.2.1 Pre-Befragung

1.3.2.2 Beobachtung-1: Eindrücke vom Auftritt

1.3.2.3 Post-1-Befragung

1.3.2.4 Post-2-Befragung

1.3.2.5 Beobachtung-2: Eindrücke vom Lebensumfeld

1.3.2.6 Post-3-Befragung

1.3.3 Materialaufbereitung und Auswertung


2 Talkshow-Forschung: Traditionen - Definitionen - Befunde
2.1 Historische Annäherungen: Talkshow-Forschung in Deutsch­land und den USA

2.2 Daytime Talk: Begriff und zentrale Befunde

2.3 Teilnahme an Rundfunksendungen: Ergebnisse der Motivationsforschung

2.3.1 Motive zur Teilnahme an Fernsehsendungen

2.3.2 Motive zur Teilnahme an Radiosendungen

2.4 Fazit und weiterführende Ãśberlegungen


3 Theoretische Grundlegung: Konzepte und Konsequenzen
3.1 Motive und Motivation

3.1.1 Motive - der strukturelle Aspekt

3.1.2 Motivation - der funktionale Aspekt

3.2 Öffentlichkeit und Individuum

3.2.1 Gesellschaftstheoretische Dimensionen

3.2.1.1 "Bürgerliche Öffentlichkeit": Politisierung des Privaten und Demokratisie­rung durch Daytime Talk?

3.2.1.2 Öffentlichkeit als "System": Aufmerksamkeit und Akzeptanz durch Daytime Talk?

3.2.2 Sozialpsychologische Dimensionen

3.2.2.1 Identität durch Interaktion: das 'Selbst' und die 'anderen' in historischer Perspektive

3.2.2.2 Selbstkonzept, Selbstwert, Selbstaufmerksamkeit, Selbstdarstellung

3.3 Signifikante Andere und parasoziale Interaktion

3.3.1 TV-Personen als signifikante Andere

3.3.2 Interpersonale versus parasoziale Interaktion

3.4 Die Folgen von Selbstdarstellung

3.4.1 Intraindividuell: Selbstdefinition und Selbst­werterhöhung

3.4.2 Interindividuell: Aufmerksamkeit und EinfluÃź

3.5 Psychotherapie und Daytime Talk

3.5.1 Tele-advising = Psychotherapie?

3.5.2 Therapeutische Kommunikation und Wirkfaktoren

3.5.2.1 Therapeutische Kommunikation

3.5.2.2 Psychotherapeutische Wirkfaktoren im Daytime Talk

3.6 Konsequenzen: Differenzierung und Operationalisierung


4 Ergebnisse: Daytime-Talk-Gäste und ihre Auftrittsmotive
4.1 Die Gäste: Ãśberblick und Kurzcharakterisierung

4.2 Auftrittsmotiv: Problembewältigung

4.2.1 Tatsächliche Betroffenheit

4.2.2 Individuelle Umdeutung

4.2.3 Lösung konkreter Probleme

4.2.4 Versehentliche Geständnisse

4.3 Auftrittsmotiv: Soziale Ressourcenaktivierung

4.3.1 Ausbruch aus der Isolation

4.3.2 Erhöhung des sozialen Einflusses

4.3.3 Botschaft an bestimmte Menschen

4.4 Auftrittsmotiv: Selbstwerterhöhung

4.4.1 Bestätigung von auÃźen

4.4.2 Selbstbeweis

4.5 Auftrittsmotiv: Identitätsmanipulation

4.5.1 Mitteilung erwünschter Identitätsdimensionen

4.5.2 Beweisbeschaffung zur Identitätskonstruktion

4.6 Auftrittsmotiv: Interaktion mit TV-Personen

4.6.1 Fernsehnutzung und Sendungsbezug

4.6.2 Beziehungen zu TV-Personen

4.7 Auftrittsmotiv: Teilhabe an Öffentlichkeit


5 Fazit und Ausblick: Öffentlichkeit als Therapie?


6 Anhang
6.1 Literaturverzeichnis

6.2 Befragungs- und Beobachtungsinstrumente