Kulturelle Bildung

cover

Rechtes Denken und Kulturpessimismus

Eine Herausorderung auch für die Kulturelle Bildung

München 2019 (Oktober), 201 Seiten
ISBN 978-3-86736-529-1
18,80 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Im Verlagsprogramm unter

Produktbeschreibung

Rechtes Denken ist populär, zumindest zeigt dies dessen Präsenz im Alltag und inzwischen auch in Parlamenten und Regierungen. Doch warum ist dies der Fall? Offenbar finden die Problembeschreibungen und die Lösungsvorschläge aus diesem Kontext Anklang bei einem anscheinend immer größer werdenden Teil der Bevölkerung. Das vorliegende Buch zeigt, auf welche Traditionen sich solche Argumentionen stützen können, welche Rolle Intellektuelle als Stichwortgeber hierbei gespielt haben und weiterhin spielen und was all dies mit kultureller Bildung zu tun hat.

Mit der Studie „Rechtes Denken und Kulturpessimismus“ nimmt [Nax Fuchs] die pädagogische Herausforderung zur Selbst- und Weltbetrachtung auf, indem er auf die historischen, ideengeschichtlichen Entwicklungen verweist und die globalen Veränderungsprozesse einbezieht. In den wissenschaftlichen Untersuchungen über „rechtes Denken“ wird deutlich, dass die simple Einschätzung – Links = gut, Rechts = schlecht – nicht weiterführt. Es ergeben sich dabei zumindest zwei bedenkenswerte Erkenntnisse: Zum einen wird deutlich, dass rechtsradikalem Bewusstsein, wenn es sich erst einmal gefestigt und etabliert hat, mit freiheitlichen, demokratischen und humanen Gegenargumenten kaum beizukommen ist; zum anderen bedarf es bei der Abgrenzung zu rechtspopulistischen Positionen der Unterscheidung zwischen (demokratisch legitimierten) konservativen und (verfassungsfeindlichen) rechtsradikalen Auffassungen. Max Fuchs bringt in seiner Forschungsarbeit nun die beiden Imponderabilien „Rechtes Denken“ und „Kulturpessimismus“ zusammen und fragt, ob es zwischen diesen eine „Wahlverwandtschaft“ gibt.
[..]
Die intellektuelle, ästhetische und kulturelle Bildung in der Schule und in der Erwachsenenaufklärung kann ein Bollwerk gegen rechtes Denken sein. Die Besinnung darauf, dass der zôon politikon, das politische, menschliche Lebewesen, in der Lage ist, selbst zu denken, sich Allgemeinurteile bilden und zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können. Diese Fähigkeit gilt es zu erkennen und zu entwickeln. Die Alternative zu rechtem Fake-Denken ist eindeutig: Es ist die Aufklärung, die allein zur kulturellen Identität führt!

Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, socialnet.de
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung


1.Teil: Wurzeln und Erscheinungsformen rechten Denkens

2. Methoden und Begriffe – ein Überblick

3. Zur Genese rechten Denkens und rechter Argumentationsmuster in Deutschland

4. Trägergruppen rechten Denkens: Das Bürgertum

5. Trägergruppen rechten Denkens: Das Kleinbürgertum

6. Einzelne Bewegungen und Gruppierungen


2.Teil: Rechtes Denken in unterschiedlichen historischen Etappen

7. Das deutsche Kaiserreich

8. Die Weimarer Republik

9. Der Nationalsozialismus

10. Aktuelle Tendenzen


3.Teil: Kunst, Kultur, Pädagogik und Politik

11. Intellektuelle als Stichwortgeber. Das Beispiel Thomas Mann

12. Kunst, Ästhetik und rechtes Denken

13. Der Kulturraum Internet und der Überwachungskapitalismus

14. Kulturelle und ästhetische Bildung und rechtes Denken

5. Das politische als das starke Subjekt


Schlussbemerkungen: Wahlverwandtschaften?

Literatur