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Internet und Bildungschancen

Die soziale Realität des virtuellen Raumes

München 2007, 195 Seiten
ISBN 978-3-86736-020-3
16,80 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Produktbeschreibung

Neuen Medien wird im öffentlichen Diskurs wie selbstverständlich eine neue Qualität des Lernens und der Bildung zugesprochen. Schlagworte wie „eigenverantwortliches“ und „selbstbestimmtes Lernen“ verweisen auf die Annahme, dass man mit den Neuen Medien weitgehend selbstgesteuert und unabhängig lernen könne, sich sozusagen in Selbstregie bildet. Besonders dem Internet wird dahingehend ein groÃźes Potenzial zugesprochen: Die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Informationen und Unterstützungsstrukturen sowie die niedrigschwelligen ´Beteiligungsmöglichkeiten im Internet scheinen besonders dazu geeignet, Wissens- und Bildungsteilhabe zu ermöglichen. Bildung kann damit, so die Hoffnung, auch auÃźerhalb von Bildungsinstitutionen, also im informellen Kontext, stattfinden.

Diese Annahmen und Hoffnungen werden von den Autorinnen aufgegriffen, kritisch hinterfragt und diskutiert. Vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheitsstrukturen und den Ergebnissen der PISA-Studien wird dabei zunächst der Bildungsbegriff selbst in Frage gestellt und die ungleichen Bildungschancen thematisiert. Im Anschluss erfolgt eine Diskussion des Medienbegriffs sowie gängiger Medienkompetenzmodelle im Hinblick auf ihre immanenten Bildungsziele, wobei Bezug auf die Wissensklufthypothese und bildungsmilieubezogener Erkenntnisse genommen wird. In Bezug auf das Internet werden jugendliche Mediennutzungsweisen auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse differenz- statt defizitorientiert betrachtet und Konzepte digitaler Spaltung und Ungleichheit diskutiert. Auf dieser Grundlage entwickeln die Autorinnen schlieÃźlich Kriterien für integrative, ungleichheitssensible Angebote für benachteiligte Zielgruppen im offline- und online-Kontext und zeigen damit neue Perspektiven für eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Neue Medien, Ungleichheit und Bildung auf.

Diese Arbeit wurde 2008 mit einem 2. Preis im medius-Wettbewerb ausgezeichnet, einem Preis für "innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten", ausgelobt von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) und der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK)
 

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG


1. BILDUNG UND SOZIALE UNGLEICHHEIT

1.1 Bildung
1.1.1 Zur Begriffsgeschichte
1.1.2 Bildung heute
1.2 Die soziale Ungleichheit von Bildungschancen
1.2.1 Ungleichheit der Bildungsbeteiligung
1.2.2 Ungleichheit im Bildungsgeschehen
1.2.3 Ungleichheit beim Ãśbergang vom Bildungs- ins Berufssystem
1.3 Bildungsstrategien im sozialen Kontext
1.4 Zwischenresümee: Non-formale und informelle Bildung als Chance?


2. MEDIEN UND BILDUNG

2.1 Zum Medienbegriff
2.2 Funktionen von Medien im Kontext von Bildung
2.2.1 Medien als Informationsinstanzen
2.2.2 Medien als Kommunikationsinstanzen
2.2.3 Medien als Sozialisationsinstanzen
2.3 Medienkompetenz als Bildungsaufgabe
2.3.1 Das Bielefelder Medienkompetenzmodell nach Baacke
2.3.2 Medienerziehung nach Tulodziecki
2.3.3 Dimensionen der Medienkompetenz nach Groeben
2.4 Medien in formellen, non-formalen und informellen Bildungsorten
2.4.1 Medien in der Schule
2.4.2 Medien in der auÃźerschulischen Jugendarbeit
2.4.3 Medien im informellen Kontext
2.5 Zum Zusammenhang von Bildung und Mediennutzung
2.6 Zwischenresümee: Medienbildung – Differenztheoretische Betrachtungen


3. INTERNET UND BILDUNGSCHANCEN


3.1 Das Internet als hierarchiefreies Hybridmedium
3.2 Das Internet als Ressource
3.2.1 Internet als Bildungsort
3.2.2 Soziales Kapital im Internet
3.3 Aspekte digitaler Ungleichheit: digital divide und digital inequality
3.4 Die „feinen Unterschiede“ im virtuellen Raum: Jugendliche im Internet
3.4.1 Zugangsdifferenzen
3.4.2 Differenzen in den Nutzungsweisen
3.4.3 Differenzen in der Beteiligung
3.5 Zwischenresümee: „Digitale“ Bildungskluft als soziales Problem


4. IMPLIKATIONEN FÃśR INTEGRATIVE ON- UND OFFLINE-ANGEBOTE

4.1 Bedingungsfaktoren für integrative Online-Angebote
4.1.1 Usability
4.1.2 Inszenierung von Heterogenität
4.1.3 Dimensionen von Niedrigschwelligkeit
4.1.4 Ermöglichung von Partizipation
4.2 Ãśberlegungen zu flankierenden MaÃźnahmen im Offline-Bereich
4.2.1 Internetbezogene Jugendarbeit: Konzepte, Ziele und Methoden
4.2.2 Zur Bedeutung der digital inequality für internetbezogene Jugendarbeit
4.2.3 Grenzen auÃźerschulischer Jugendarbeit mit Internetbezug
4.3 Zwischenresümee: Mehr Bildung durch Vernetzung?


5. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS