KREAplus

cover

Epistemische Zeichenszenen

Zeichnen als Erkenntnis in der Kunstpädagogik und interdisziplinären Bezugsfeldern

Schriftenreihe KREAplus
Band 5, München 2015, 457 Seiten
ISBN 978-3-86736-435-5
29,80 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Produktbeschreibung

Wie korrelieren Zeichnen und Erkenntnis? Welche Zeichenszenen sind denkbar und empirisch erfolgreich nachgewiesen, mit denen das Zeichnen als Medium des Entwerfens und Denkens wirksam wie reflektierbar wird?

Mit dem Band „Epistemische Zeichenszenen“ liegt erstmalig eine Studie vor, die Zeichnen explizit und ausführlich im Kontext der Analyse interdisziplinärer Bezugsfelder in kunstpädagogischer Perspektive diskutiert. Im facettenartigen Umkreisen und Kontrastieren interdisziplinärer Befunde zu den Dimensionen des Zeichnens figuriert sich ein netzartiges Gefüge, das zeichnerisches Handeln als erkenntnisstiftendes und damit bildendes Handeln multiperspektivisch zu klären vermag. Diese Klärungen – zudem unter Einbeziehung von historischen kunsttheoretischen und kunstpädagogischen Quellen sowie zeitgenössischen Künstleraussagen zum Zeichenprozess und empirischen Erhebungen – dienen dazu, kunstdidaktisches Handeln zum Zeichnen in Verknüpfung von Theorie und Praxis weiter zu entwickeln und damit notwendig neue Perspektiven im kunstpädagogischen Diskurs zu geben.

Der Band schlieÃźt eine Lücke in der Fachdidaktik, indem er die theoretischen Hintergründe des Zeichnens beleuchtet, die Bedeutung des Zeichnens als erkenntnisstiftende Handlung herausarbeitet und damit neue Perspektiven für die Zeichendidaktik eröffnet. Ein empfehlenswertes Buch für alle, denen das Zeichnen am Herzen liegt.
Bettina Uhlig, BDK-Mitteilungen 1.2017
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort – 9
Danksagung – 13

1 Einführung – 15
1.1 XXX – xx
1.2 Probleme und Problemgeschichte – 18
1.3 Thesen – 22
1.4 Forschungsfragen – 25
1.5 Methodisches Herangehen – 25

2 Das Problemfeld: Dimensionen von Zeichnen und Erkenntnis und ihre Korrelation – 31
2.1 Was ist Erkenntnis und wie funktioniert Erkennen? Erkenntnistheoretische Befunde – 31
2.1.1 Zum Begriff Erkenntnis im Kontext Zeichnen – 31
2.1.2 Befragung von ausgewählten philosophischen (Platon) und neurowissenschaftlichen Erkenntnismodellen – 36
2.1.3 Erkennen als Entwerfen. »Symptome des Ästhetischen« und ästhetische Erkenntnis – 42
2.2 Was ist Zeichnen? Wie korrelieren Zeichnen und Erkenntnis? – 48
2.2.1 Zeichentheoretische Grundlagen und der Begriff der »operativen Bildlichkeit« – 48
2.2.2 Die Linie als Wesensmerkmal – Definitionen des Zeichnens – 52
2.2.3 Zeichnen und Zeigen – 55
2.2.3.1 Zum Begriff der »Deixis« – 56
2.2.3.2 Zur Zeigegeste – 58
2.2.4 Generierung von Bedeutungen. Zu den Aspekten des Offenen und Vagen im Zeichnen – 61
2.2.4.1 Die Unmittelbarkeit zeichnerischen Handelns – 63
2.2.4.2 Das Anfängliche und »das Zusätzliche der Tat« – 64
2.2.4.3 Das Skizzenhafte – kunsttheoretische Befunde – 66
2.2.4.4 Das Skizzenhafte – wahrnehmungspsychologische Befunde – 68
2.2.5 Die Anwesenheit des Abwesenden – 71
2.2.6 »Spur« und »Gespür« – Zum Lesen von Welt und Erkennen von Welt in Zeichnungen – 73
2.3 Auge, Hand und Bewusstsein – körperlich-leibliche Dimensionen des Zeichenprozesses als Erkenntnisprozess – 75
2.3.1 Einführung und Begründung – 75
2.3.2 Aller Anfang von Erkenntnis ist Sehen? Das Auge im Zeichenprozess – 76
2.3.3 Wahrnehmen und Erkennen auf der Folie von Kognition und Emotion (Fokus: Neurowissenschaftliche Befunde) – 88
2.3.3.1 Sehen als Konstruktion und Interpretation von Wirklichkeit – 89
2.3.2.2 Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur visuellen Wahrnehmung, zu Repräsentationen und zum Bewusstsein – 93
2.3.3.3 Wahrnehmen und Handeln – 100
2.3.4 »Intelligenz braucht Finger« – Die Hand im Zeichenprozess – 104
2.3.4.1 Die Bedeutung der Hand im Wissenserwerb – 104
2.3.4.2 Zur Händigkeit des Zeichnens – 107
2.3.5 Zur Erkenntnisfunktion der Hand (Fokus: Neurowissenschaftliche Befunde) – 116
2.3.5.1 Die Hand als Erkenntnisorgan – 116
2.3.5.2 Hand, Tastsinn und die »Erfindung der Form« – 125
2.3.5.3 Motorische Intelligenz – 130
2.3.6 Zeichenmaterial, Zeicheninstrumente und die verschiedenen Weisen des Wissens – 140
2.3.7 »Zeichenszenen« – Begriff und Bedeutung – 153

3 Problemgeschichte: Zeichnen als Erkenntnisprozess in der historischen Theorie und Praxis – 159
3.1 Kunsttheoretische Konzeptionen und ihre Rezeption – 159
3.1.1 Disegno – Künstlertheorie und Doppelfigur künstlerischer wie wissenschaftlicher Erkenntnis – 159
3.1.1.1 Der Disegno – Begriff und Bedeutung – 160
3.1.1.2 »Künstlerauge« und »Schöpferhand«: Ganzheitliche Erkenntnisoption in der Renaissance – 163
3.1.1.3 Aspekte von Dekonstruktion der Disegno-Konzeption – 168
3.1.1.4 Zum Nachwirken des Disegno-Diskurses – 171
3.1.1.5 Schlüsse und Perspektiven – 174
3.1.2 Künstlerisches Handeln als Erkenntnis – Auge und Hand in der Kunsttheorie Konrad Fiedlers – 176
3.1.2.1 Der Ursprung der künstlerischen Tätigkeit (1887) – 176
3.1.2.2 Fiedlers Theorie des Sehens – 182
3.1.2.3 Die »Verlebendigung des Bewusstseins« – zur Bedeutung der Hand in der künstlerischen Tätigkeit bei Konrad Fiedler – 184
3.1.2.4 Zur Rezeptionsgeschichte der Kunst- und Erkenntnisphilosophie Fiedlers – 188
3.1.2.5 Zur kunstpädagogischen Relevanz Fiedlers Schrift »Der Ursprung der künstlerischen Tätigkeit« – 191
3.2 Historische kunstpädagogische Konzeptionen zu Zeichnen als Erkenntnis – 196
3.2.1 Zur kunstpädagogischen Historie der Zeichenvermittlung im Fokus von Erkenntnisprozessen bis zur Kunsterziehungsbewegung – 196
3.2.2 Reformdiskurs zu Beginn des 20. Jahrhunderts – 200
3.2.2.1 Reformtendenzen in der Kunsterziehungsbewegung – 201
3.2.2.2 Der Diskurs um das Zeichnen im Kontext von Erkenntnisprozessen im Spiegel der Zeitschrift »Kunst und Jugend« – 205
3.2.3 Exkurs: »Punkt und Linie zu Fläche« – Kandinskys kunstpädagogische Künstlertheorie mit Erkenntnisfunktion – 213

4 Stand der kunstpädagogischen Forschung zum Zeichnen als Erkenntnisprozess – 219
4.1 Erkennendes Sehen – Die Betonung des Auges im Zeichnen – 221
4.2 Imaginieren – Die Betonung der Imagination im Zeichenprozess und Hinweise zur didaktischen Realisation – 228
4.3 Multisensuelle Fundierung – das Forschungsprojekt »raviko« – 233

5 Erkenntnisstiftende Zeichenszenen in Kunst und Wissenschaft – 237
5.1 Die Doppelfigur der sinnlichen und praktischen Erkenntnis in Zeichenszenen der Renaissance – 237
5.1.1 Leonardo da Vincis Wissensquelle: Sinnliche Erfahrung in Korrelation mit Zeichnen – 238
5.1.2 Sinnliche Anschauung und rationalisierte Wahrnehmung – 244
5.2 Zeichnend denken heute: William Kentridge – 253
5.3 Zwischenfazit I: Manifestationen der Zeichnung und ihre Spezifika im Kontext von Denken und Erkennen – 261
5.4 Welche Rolle spielt das Zeichnen im naturwissenschaftlichen Forschungs- und Erkenntnisprozess? – 269
5.4.1 Zur »empirischen Struktur« in der Wissenschaft – 272
5.4.2 Exemplarische Zeichenszenen in der biologischen, astronomischen und mathematischen Forschung: Charles Darwin, Lord Rosse, Carl Friedrich GauÃź – 274
5.4.3 Zwischenfazit II: Aspekte des Erkenntnispotenzials des Zeichnens in naturwissenschaftlicher Forschung – 286

6 Erkenntnisstiftende Zeichenszenen in Schule und Hochschule – 289
6.1. Didaktische Ãśberlegungen – 289
6.2 Fokus: Erkenntnis durch mimetische Aneignung von Welt im zeichnerischen Nachvollzug – 298
6.2.1 Zeichnende Annäherungen an ein Vogelmodell – 302
6.2.2 Zeichnendes Forschen mit Binokular im Biologiesaal – 309
6.3 Fokus: Reflexion in seriellen Zeichenprozessen – 314
6.3.1 Arbeiten in Serie I: Erster Mensch – Zeichenprozesse als Denkprozesse in Serien – 315
6.3.2 Arbeiten in Serie II: Ein Motiv, verschiedene Methoden des Zeichnens und die Reflexion der Zeichenprozesse – 319
6.4 Fokus: Beobachtung und sprachliche Notation von Zeichenprozessen als epistemische Handlung – Reflexion der Zeichenprozesse – 329
6.5 Fokus: Reflexion von Wahrnehmungs- und Handlungsautomatismen – 333
6.6 Fokus: Vergleichende Reflexion verschiedener Wahrnehmungsmodi – Sehen und Tasten – 337
6.6.1 Zur vergleichenden zeichnerischen Untersuchung eines ertasteten und eines visuell beobachteten Selbstporträts – 346

7 Erkenntnisstiftende Zeichenszenen – Empirische Untersuchungen (Hochschule) – 349
7.1 »Man beginnt, mit dem Strich zu denken.« –Analytischer Vergleich methodischer Annäherungen – 349
7.1.1 Das empirische Material, Erhebung, didaktische Ãśberlegungen – 349
7.1.2 Zeichnungen und Reflexion zum vergleichenden Zeichenprozess »visuell – haptisch« – 353
7.1.2.1 Student S., 4. Semester – 356
7.1.2.2 Studentin K., 6. Semester – 357
7.1.2.3 Student v. S., 3. Semester – 363
7.1.2.4 Studentin R., 8. Semester – 365
7.1.3 Vergleich der visuellen und haptischen Zeichenprozesse: Zusammenfassung der Befunde – 367
7.2 Auswertung eines qualitativen Interviews zum Vergleich und der Bewertung verschiedener Zeichenprozesse – 371
7.2.1 Setting, Leitfragen, Notizen zur Probandin – 371
7.2.2 Darstellung und Auswertung des Interviews mit der Studentin E. – 375
7.3 Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisaspekte – 381

8 Fazit und Ausblick – 385

Literatur – 393
Anhang – 421