Zeitschrift kjl&m | Einzelausgaben
Kinder- und Jugendliteratur für literarisch unerfahrene Leser*innen
kjl&m 26.4 | forschung.schule.bibliothek
München 2026 (Mitte November), 96 Seiten
Im Verlagsprogramm unter
Produktbeschreibung
In der Kinder- und Jugendliteratur werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt – sei es bei Nominierungen für Literaturpreise oder bei der Auswahl für Unterricht und Bibliotheksbestände. Favorisiert man zugängliche Texte, die auch literarisch unerfahrenen Leser*innen wenig Widerstand bieten und sich auf diese Weise zur Leseförderung eignen? Oder ist man auf der Suche nach ästhetisch ambitionierten Werken, die einen Zugewinn an literarischer Bildung versprechen, aber drohen, junge Leser*innen zu überfordern und schließlich auf Abstand zur Literatur zu halten? Die Diskussion verschiedener Maßstäbe – pädagogischer versus ästhetischer – wurde im Zuge der Haas-Hurrelmann- Kontroverse Ende der 1980er-Jahre besonders lebhaft geführt. Der Konflikt ist bis heute immer wieder Thema. Literaturdidaktiker*innen wie Elisabeth K. Paefgen befürchten, dass der Trend zu einfacherenTexten den Literaturunterricht bedroht.
Auf Grundlage empirischer Studien zum Literaturunterricht lässt sich vermuten, dass Paefgens Befürchtung in der nichtgymnasialen Sekundarstufe I bereits Realität geworden ist – die Literarizität der Gegenstände spielt dort offenbar kaum noch eine Rolle. Während sich (insbesondere prämierte) KJL schon seit geraumer Zeit in Ästhetik und Programm der Allgemeinliteratur annähert und zur ästhetischen Innovation neigt, existiert in manchen Schulen ein Kanon, für den Zugänglichkeit und der Beitrag eines Buches zur Leseförderung die entscheidenden Kriterien sind. Wenn der Literaturunterricht jedoch keinem Kompensationsauftrag nachkommt, werden Schüler*innen, die außerhalb der Schule kaum mit ästhetisch ambitionierter Literatur in Berührung kommen, womöglich lebenslang von literarisch-ästhetischer Kommunikation ausgeschlossen.
Das Heft verfolgt das Ziel, zwischen solchen vermeintlichen Gegensätzen von literarischer Bildung und Leseförderung zu vermitteln.
(Aus dem Editorial von Marco Magirius)
Auf Grundlage empirischer Studien zum Literaturunterricht lässt sich vermuten, dass Paefgens Befürchtung in der nichtgymnasialen Sekundarstufe I bereits Realität geworden ist – die Literarizität der Gegenstände spielt dort offenbar kaum noch eine Rolle. Während sich (insbesondere prämierte) KJL schon seit geraumer Zeit in Ästhetik und Programm der Allgemeinliteratur annähert und zur ästhetischen Innovation neigt, existiert in manchen Schulen ein Kanon, für den Zugänglichkeit und der Beitrag eines Buches zur Leseförderung die entscheidenden Kriterien sind. Wenn der Literaturunterricht jedoch keinem Kompensationsauftrag nachkommt, werden Schüler*innen, die außerhalb der Schule kaum mit ästhetisch ambitionierter Literatur in Berührung kommen, womöglich lebenslang von literarisch-ästhetischer Kommunikation ausgeschlossen.
Das Heft verfolgt das Ziel, zwischen solchen vermeintlichen Gegensätzen von literarischer Bildung und Leseförderung zu vermitteln.
(Aus dem Editorial von Marco Magirius)
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Kinder- und Jugendliteratur für literarisch
unerfahrene Leser*innen
Thomas Boyken
Konventionen literarischer Kommunikation
Über die Anschlussfähigkeit einiger theoretischer Überlegungen von Maria Lypp
Astrid Henning-Mohr
Vom einfachen Komplexen. Collagen als Einstieg in die Literaturerfahrung
Ivo Theele
Philosophische Fragen im Literaturunterricht der Primar- und Sekundarstufe I
Die narrative und interaktive App The Bear von Mucks! Games
Jochen Heins
Thematische und strukturelle Zugänglichkeit ästhetisch anspruchsvoller Jugendliteratur am Beispiel aktueller Jugendromane von Tamara Bach und Nils Mohl
Simone Gottschlich-Kempf
Intermedialität und Identität
Zur Darstellung von Identitätskonflikten in Jugendromanen und Filmadaptionen – aufgezeigt an Nils Mohls Es war einmal Indianerland (2011)
Michael Steinmetz
Was soll der Wolf?
Mehrdeutigkeit als Motor literarischen Lesens mit Saša Stanišićs Jugendroman Wolf
Christian Wilke
Darstellung und Vermittlung des Ideals der Resonanz in Saša Stanišićs Herkunft
Lale Öztürk
Vorlesen als Erlebnisraum
kurz gefragt
75 Jahre Kinder- und Jugendbuchabteilung an der Staatsbibliothek zu Berlin
Interview mit Carola Pohlmann
Spektrum
Anna Ulrike Franken
Bewährter Wein in neuen Schläuchen?
Zum Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur auf Eduki
Marco Magirius / Christel Meier / Julia
Sander / Daniel Scherf
Können angehende Lehrkräfte, was sie später lehren sollen?
Einblick in eine Pilotstudie
Fachliteratur
Aktuell
Aus der AJuM
LesePeter
Kinder- und Jugendliteratur für literarisch
unerfahrene Leser*innen
Thomas Boyken
Konventionen literarischer Kommunikation
Über die Anschlussfähigkeit einiger theoretischer Überlegungen von Maria Lypp
Astrid Henning-Mohr
Vom einfachen Komplexen. Collagen als Einstieg in die Literaturerfahrung
Ivo Theele
Philosophische Fragen im Literaturunterricht der Primar- und Sekundarstufe I
Die narrative und interaktive App The Bear von Mucks! Games
Jochen Heins
Thematische und strukturelle Zugänglichkeit ästhetisch anspruchsvoller Jugendliteratur am Beispiel aktueller Jugendromane von Tamara Bach und Nils Mohl
Simone Gottschlich-Kempf
Intermedialität und Identität
Zur Darstellung von Identitätskonflikten in Jugendromanen und Filmadaptionen – aufgezeigt an Nils Mohls Es war einmal Indianerland (2011)
Michael Steinmetz
Was soll der Wolf?
Mehrdeutigkeit als Motor literarischen Lesens mit Saša Stanišićs Jugendroman Wolf
Christian Wilke
Darstellung und Vermittlung des Ideals der Resonanz in Saša Stanišićs Herkunft
Lale Öztürk
Vorlesen als Erlebnisraum
kurz gefragt
75 Jahre Kinder- und Jugendbuchabteilung an der Staatsbibliothek zu Berlin
Interview mit Carola Pohlmann
Spektrum
Anna Ulrike Franken
Bewährter Wein in neuen Schläuchen?
Zum Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur auf Eduki
Marco Magirius / Christel Meier / Julia
Sander / Daniel Scherf
Können angehende Lehrkräfte, was sie später lehren sollen?
Einblick in eine Pilotstudie
Fachliteratur
Aktuell
Aus der AJuM
LesePeter




