Kulturelle Bildung

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Antworten auf Aufführungen

Ein erfahrungsorientiertes Rezeptionsverfahren für die Theaterpädagogik

München 2016, 250 Seiten
ISBN 978-3-86736-368-6
19,80 EUR
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Produktbeschreibung

Experimentelles Theater der Gegenwart löst vielfach noch Befremden und Ablehnung bei den Zuschauenden aus. Dieses Buch behandelt in Theorie und Praxis, wie diese Irritation produktiv gemacht und zum Ausgangspunkt eines erfahrungsorientierten Aufführungsrezeptionsverfahrens werden kann.

Es werden die theaterwissenschaftlichen, theaterpädagogischen und philosophischen Grundlagen des Antwortens auf Aufführungen erläutert: Was macht eine Theateraufführung aus? Was ist das Besondere am zeitgenössischen experimentellen Theater? Welche Verfahren zur Aufführungsrezeption gibt es bereits? Welche Impulse bietet die Phänomenologie des Fremden für das Vermittlungskonzept?

Am Beispiel von drei Antworten von Studierenden auf das Stück GAP FEELING des russischen Künstlerkollektivs AKHE wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche unterschiedlichen Umgangsweisen mit dem Fremden lassen sich in den Antworten der Rezipienten rekonstruieren? Welche Rolle nimmt dabei das Vermittlungskonzept ein? Welche Chancen bietet das Verfahren aus bildungstheoretischer Perspektive?

Diese Untersuchung legt das Potenzial des theaterpädagogischen Rezeptionsverfahrens Antworten auf Aufführungen dar.

Die Publikation bietet neben einem konkreten Rezeptionssetting für die Seminarpraxis auch Impulse für die didaktische Weiterentwicklung der schulischen Theaterarbeit auf der Grundlage experimenteller oder performativer Inszenierungen.

Das hier vorgelegt Vermittlungskonzept hat ein grpÃźes Potenzial, um in den nächsten Jahren die theaterpädagogische Praxis zu verändern, sowohl in der universitären Ausbildung, als auch im Fach Deutsch/Darstellendes Spiel und nicht zuletzt auch in der auÃźerschulischen Theaterpädagogik. Mit dem Konzept wird VermitllerInnen eines modernen Theaters eine Alternative zur verbreiteten (theaterwissenschaftlichen) Aufführungsanalyse an die Hand gegeben. Dadurch werden den individuellen Erfahrungen der RezipientInnen genügend Raum gegeben und gerade nicht "mit dem Analysekäfig eingefangen und still gelegt." (81).
Maik Walter, Zeitschrift für Theaterpädagogik Oktober 2017
 

Inhaltsverzeichnis

THEORETISCHER TEIL


1 Einleitung


2 Theaterwissenschaftliche und theaterpädagogische Grundlagen


2.1 Die Rolle des Aufführungsgeschehens in der Theaterwissenschaft und der Theaterpädagogik / dem Schulfach Theater

2.2 Das Wesen der Theateraufführung

2.3 GAP FEELING - Ein Beispiel für experimentelles Theater der Gegenwart
2.3.1 Die Aufführung GAP FEELING von AKHE am 12.5.11
2.3.2 Besonderheiten experimentellen Theaters der Gegenwart am Beispiel von GAP FEELING

2.4 Aufführungsrezeption zwischen Theaterwissenschaft und Theaterpädagogik
2.4.1 Aufführungsrezeption als theoretische Aufführungsanalyse in der Theaterwissenschaft
2.4.2 Aufführungsrezeption als praktischer Workshop in der Theaterpädagogik
2.4.3 Notwendigkeit der Entwicklung eines theaterpädagogischen Vermittlungskonzepts zur erfahrungsorientierten Aufführungsrezeption


3 Waldenfels’ Responsivität und ihre Bedeutung für Theater- und Erziehungswissenschaft sowie die theaterpädagogische Vermittlungspraxis

3.1 Die Phänomenologie des Fremden von Bernhard Waldenfels

3.2 Waldenfels’ Phänomenologie im theaterwissenschaftlichen Kontext

3.3 Waldenfels’ Phänomenologie im erziehungswissenschaftlichen Kontext
3.3.1 Waldenfels und die Darstellung ästhetischer Erfahrung im Tagebuch 93
3.3.2 Waldenfels und die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse

3.4 Waldenfels und das theaterpädagogische Vermittlungskonzept Antworten auf Aufführungen
3.4.1 Theoretische Ãśberlegungen zur Anwendung des Responsivitätsgedankens auf eine erfahrungsorientierte Aufführungsrezeption
3.4.2 Antworten auf Aufführungen: Das theaterpädagogische Setting in der Seminarpraxis


EMPIRISCHER TEIL


4 Die empirische Untersuchung der Antworten von Studierenden auf die Aufführung GAP FEELING des russischen Künstlerkollektivs AKHE

4.1 Das empirische Forschungsdesign
4.1.1 Der Forschungsgegenstand
4.1.2 Das Erkenntnisinteresse und die Fragestellung
4.1.3 Das Forschungsinstrumentarium
4.1.3.1 Zur Methodologie der rekonstruktiven Sozialforschung und der dokumentarischen Methode
4.1.3.2 Zur Methodik der dokumentarischen Methode
4.1.4 Forschungspraktisches Vorgehen
4.1.4.1 Anwendung der dokumentarischen Methode auf den Forschungsgegenstand
4.1.4.2 Das Sample
4.1.4.3 Aufbereitung der Daten


5 Die Ergebnisse

5.1 Zusammenfassende Fallbeschreibungen: die Antworten der Studierenden auf GAP FEELING
5.1.1 Die Antwort Monikas
5.1.2 Die Antwort Julikas
5.1.3 Die Antwort Annikas

5.2 Fallvergleichende Betrachtung der Antworten im Hinblick auf die
unterschiedlichen Umgangsweisen mit dem Fremden
5.2.1 Relativierung des Fremden
5.2.1.1 Annähernde Formen des Relativierens von Fremdem
5.2.1.2 Distanzierende Formen des Relativierens von Fremdem
5.2.1.3 Variierende Umgangsformen mit dem Fremden und
das Entstehen von Differenzerfahrung
5.2.2 Die empirisch rekonstruierten Umgangsformen
mit dem Fremden und die theoretischen Kategorien Waldenfels

5.3 Die Rolle des theaterpädagogischen Vermittlungskonzepts Antworten
auf Aufführungen im Rezeptionsprozess
5.3.1 Die Chancen des Konzepts aus bildungstheoretischer Perspektive
5.3.2 Zentrale Aspekte des Vermittlungskonzepts


6 Fazit

7 Literaturverzeichnis