Zeitschrift merz | Einzelhefte

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Produktbeschreibung

Die Zukunft hat begonnen. So könnte man die Entwicklung der Produkte, die unter dem Sammelbegriff ‚Internet der Dinge‘ (‚Internet of things‘) mit Hochdruck erfunden werden, beschreiben. Es ist eine technische Revolution der eher leisen Töne. Sie vollzieht sich überwiegend im Verborgenen, wird aber unser Leben nachhaltig verändern. Das Internet der Dinge löst einen schleichenden, aber umso graviererenden Umwälzungsprozess unserer menschlichen Daseinsform aus. Die AusmaÃźe dieses Prozesses werden dann in ihrer Tragweite sichtbar, wenn der Alltag ohne diese Technologie nicht mehr organisierbar ist. Dabei handelt sich nicht um eine einzelne neue technische Errungenschaft wie bei der Erfindung der Elektrizität oder der Dampfmaschine. Viele kleine und allerkleinste Dinge beginnen, unseren Alltag zu steuern.

Im Internet der Dinge schicken alle möglichen Geräte jeder Art beständig Daten ins Netz, die dort gespeichert und ausgewertet werden. Nicht mehr nur Handys tun dies, sondern auch Smart Watches, smarte Stromzähler oder DHL-Pakete, die fröhlich ihre Ankunft ankündigen. Der Alltag wird dadurch bequemer. ‚Smart‘ bezieht sich dabei auf Potenziale, die nun erschlossen werden können; beispielsweise Energieeffizienz, Logistik und Gesundheitsvorsorge. Wenn Autos ‚kommunizieren‘, lassen sich im Sinne ‚kluger Lösungen‘ in Echtzeit Staus vermeiden, Unfälle verhindern und der Energieverbrauch optimieren.

Der Rohstoff, aus dem all diese Anwendungen generiert werden, sind die gigantischen Datenmengen, die täglich anfallen und gespeichert werden. Big Data Analytics ist die Voraussetzung für diese Revolution, die Verwertung eines riesigen Datenschatzes, der aus unseren täglichen Kommunikationen, Aktivitäten und Bewegungen gespeist wird. Algorithmen generieren daraus immer neue smarte Lösungen für unseren Alltag. Die schrittweise Ersetzung vormals dummer Geräte durch smarte Techniken und ihre Vernetzung lässt die Digitalisierung unserer Lebenswelt zum Internet der Dinge verschmelzen.

Mit diesen kurz angerissenen Prozessen – in ihren Einzelheiten, Zusammenhängen, aber auch mit ihrer möglichen Bedeutung für unser zukünftiges Leben – setzen sich die Beiträge dieser Ausgabe auseinander. Dabei werden einerseits die Einzelheiten des Phänomens herausgestellt, andererseits aber auch die Entwicklungen in ihrem gröÃźeren Zusammenhang beleuchtet, wodurch eine gesellschaftliche und medienpädagogische Einordnung möglich wird. Bei der GröÃźe und Relevanz des gesamten Themenfelds bleiben viele Aspekte unbearbeitet, die auch ihren Platz hätten finden können oder – vielleicht sogar – müssen. Sicherlich werden uns als Gesellschaft, aber auch die Medienpädagogik und merz viele Entwicklungen in naher Zukunft noch intensiv beschäftigen und Gelegenheit bieten, weitere Facetten zu beleuchten.

(Aus dem Editorial von Roland Bader und Klaus Lutz)
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell

thema

Internet der Dinge

Viel Science, wenig Fiction – willkommen in der Zukunft
Editorial
Roland Bader, Klaus Lutz

Algorithmisierte Lebenswelten
Roland Bader

Medienkompetenz 4.0?
Entgrenzungen, Verschiebungen und Ãśberforderungen eines Schlüsselbegriffs
Harald Gapski

Der Mensch transformiert sich ohnehin
Ein Interview mit Benjamin Jörissen, Universität Erlangen-Nürnberg

Moralisches Entscheiden in künstlichen Systemen
Roland Poellinger

Smart New World
Ãśber Faszination und Fluch smarter Objekte und intelligenter Umgebungen
Kai Hofmann, Thomas Knieper, Katrin Tonndorf, Julian Windscheid

Weltverbesserer an der Tastatur
Ein Interview mit Daniel Seitz,
Jugend hackt

Medienkritik 4.0
Selbstbewusst und aufgeklärt mit Big Data Analytics umgehen
Gerda Sieben, Henrike Boy


spektrum

Jugend Konsum Kultur
Bernd Schorb

Digitale Medien in der Lehrerausbildung
Die Sichtweise aus der Unterrichtspraxis
Ramona Lorenz, Manuela Endberg

Kindlicher Mediengebrauch vor und nach der Einschulung – ein kritischer Phasenübergang
Ergebnisse einer Elternstudie
Leonie Stümpel, Christoph Klimmt

Medienkompetenzförderung
auf Augenhöhe

Erfahrungen in einem
Peer-to-Peer-Projekt
Anke Offerhaus


medienreport

Buch auf, Handy an – los geht das Gewusel und Gewimmel
Elisabeth Jäcklein-Kreis

Was bin ich, was will ich sein und welche Konsequenzen hat das?
Gender und Sexismus in der
jugendlichen Entwicklung
Jana Schröpfer

Historische Filmclips online neu zum Leben erwecken
Jana Schröpfer


publikationen

kurz notiert

service

impressum

kolumne


Brexit total
Michael Gurt