Zeitschrift merz | Einzelhefte

cover
8,00 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Im Verlagsprogramm unter

Produktbeschreibung

"I realize that I can have everything in life. However, it takes timing, the right heart, the right actions, the right passion and a willingness to risk it all." (Lamin K., Senegal)

Lamin aus dem Senegal kam letztes Jahr nach Deutschland. Er ist Mitglied der Redaktion von KINO ASYL. Junge Menschen mit Fluchterfahrungen­ stellen in diesem Projekt ein Programm mit Lieblingsfilmen aus ihren Heimatländern zusammen und präsentieren es in verschiedenen Münchner Kinos â€“ aus ihrer Perspektive. Sein Zitat verdeutlicht, was viele Menschen eint â€“ egal welcher Herkunft sie auch sind. Sie wünschen sich Perspektiven für ihr Leben â€“ mit Herz und Engagement. Es ist gleichzeitig ein Appell gegen die Gleichgültigkeit und gegen das alleinige Streben nach einer Sicherheit, die es wohl nirgends mehr geben kann, wie die Ereignisse in den Sommermonaten 2016 in Bayern gezeigt haben. Die Politik will uns aktuell das Gegenteil versichern â€“ mit der weiteren Aushöhlung von Grundrechten und der Verschärfung der Bestimmungen gegenüber jenen, die Schutz und Sicherheit am notwendigsten brauchen.

Aus gesellschaftspolitischer wie pädagogischer Perspektive gibt es genügend Gründe, das Thema aufzugreifen, auch wenn vielerorts inzwischen durchaus das Gegenteil zu vernehmen ist. Es ist kein genuin medienpädagogisches Thema, das diese Ausgabe von merz in ihrem Schwerpunkt aufgreift, sondern eines, das Diskussio­nen aufwirft und Dissonanz erzeugt. Unser subjektiver Rückblick fällt dabei sehr zwiespältig aus: Bilder vom Leid vieler Geflüchteter und Geschichten über Einzelschicksale haben uns auf der einen Seite saturiert und irgendwie abgebrüht, und doch rühren uns vor allem die schrecklichen Bilder, die die Schicksale von Kindern auf der Flucht und in Kriegsgebieten in unsere Wahrnehmung bringen. Auf der anderen Seite verflacht die politische Diskussion über Fremdsein und das Fremde zu häufig in oberflächlichem bis dumpfem Populismus, der nicht nur in rechten Kreisen Oberwasser hat, sondern über alle Parteien hinweg und auch in der ‚seriö­sen' Berichterstattung längst angekommen ist.

Wie kann es gelingen, die Menschen, die derzeit hierzulande Zuflucht suchen, in unsere Gesellschaft zu integrieren? Welche Schwierigkeiten sind damit verbunden und welche posi­tiven Potenziale birgt die Situation? merz 05/2016 beschäftigt sich mit diesen Fragen, ­beleuchtet Facetten der Diskussionten und stöÃźt – so unser Anliegen â€“ auch kritisch-reflexive Auseinandersetzungen an. Dafür braucht es auch ein bisschen mehr von, wie Lamin es ausdrückt, "the right passion and a ­willingness to risk it all".

(Aus dem Editorial von Ulrike Wagner und Susanne Eggert)
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell


thema: Medien, Flucht und Migration

Es gibt viele Gründe hinzuschauen
Editorial
Ulrike Wagner, Susanne Eggert

Von der Willkommenskultur zum Problemdiskurs
Wie Medien zwischen April 2015 und Juli 2016 über Flüchtlinge berichteten
Friederike Herrmann

Den öffentlichen Raum nicht aufgeben
Ein Interview mit Heribert Prantl

Medienhandeln von Geflüchteten als Praxis informeller Bildung
Nadia Kutscher, Lisa-Marie KreÃź

Medienpädagogische Projekte mit geflüchteten jungen Menschen


spektrum

Zu jung und doch dabei
Was Kinder zu Facebook treibt
Herwig Winkel

Smartphones und WhatsApp in der jugendlichen Alltagswelt
Barbara Arifi, Gerhild Bachmann

Pokémon Go
Weniger Aufregung, mehr Kompetenz
Rebecca End

BR backstage
Ein Jugendmedientag zur Förderung von Medienkompetenz
Angelika Mayer, Senta Pfaff-Rüdiger


medienreport

Unterhaltung, Kunst und Jugendschutz
Kino und Film im Iran
Stefan Piasecki

Spiel und Asyl
Computerspiele zu Flucht und Migration
Nicolas Löffler

Verräter oder Held?
Ein Film über Edward Snowden
Jana Schröpfer

Heroes in New Dimensions
Computer- und Videospielmesse gamescom in Köln
Stefanie Brosz

Wenn ich …
Ein Kartenspiel zur Selbstreflektion
Jana Schröpfer


publikationen

kurz notiert

impressum

service

kolumne

Mein Smartphone stiehlt mir meine Sprache!

Niels Brüggen