MedienBildungForschung

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Kleinkinder und Medien in Deutschland

Eine kultursensible Studie zur (Re-)Konstruktion mediatisierter Kultur- und Sozialisationskontexte in der Frühen Bildung

Schriftenreihe MedienBildungForschung
Band 4, München 2019, XXX Seiten
ISBN 978-3-86736-559-8
27,80 EUR
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Produktbeschreibung

Medien sind integrativer Bestandteil der Lebenswelten von Kindern und ihren Kulturen. Der Zugang zu und kompetente Umgang mit Medien gilt als wichtige Voraussetzung für eine gelingende gesellschaftliche Teilhabe insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund. Dementsprechend plädiert die medienbezogene Ungleichheitsforschung dafür, Kindern aus sozial benachteiligten Familien und Milieus ein hohes MaÃź an gesellschaftlicher Verantwortung und Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Arbeit von Habib Güneşli setzt an dieser Stelle an und untersucht die in Deutschland wenig berücksichtigte Relevanz der Forschungsschwerpunkte Migration, Interkulturalität, Frühe Bildung, Gender und Medienbildung in ihrer intersektionalen Beziehung. Bisherige Forschung zur Frühen Medienbildung ist häufig quantitativ ausgerichtet, konzentriert sich vorrangig auf das soziale Wirkfeld Familie und befasst sich wenig einschlägig mit der Migrationsthematik. Kenntnisse über kindliche Lebens- und Medienwelten stellen jedoch eine wichtige Voraussetzung für die Professionalisierung des erzieherischen Personals dar und damit zusammenhängend für eine (medien-)pädagogische Arbeit, die der Forderung nach einer gerechten Verteilung von Bildungschancen bereits vor Schuleintritt nachkommt. Eltern und Erzieher_innen sind für eine souveräne Lebensführung von Kindern in der von Mediatisierung geprägten, globalisierten Welt verantwortlich. Daher nimmt die Studie den familiären und institutionellen Alltag von vier- und fünfjährigen Kindern in Bezug auf ihre an herkunftskulturellen Mediensozialisationskontexten orientierte Medienaneignung in einem multiperspektivischen und multimethodischen Design sowohl empirisch-quantitativ als auch empirisch-qualitativ in kultur- und gendersensitiver Perspektive in den Blick. Vor dem Hintergrund der Habitus- und Kapitalsortentheorie von Bourdieu und der Grounded Theory wird auf der Grundlage der Heuristischen Sozialforschung auf Methoden- und Datenebene ein komplexes, trianguliertes Forschungsdesign eingesetzt. Die Folgerungen aus den Ergebnissen der Studie nehmen dabei eine explizit intersektionale Perspektive ein.

Dr. Habib Güneşli promovierte an der TU Dortmund im Fach Germanistik zur frühkindlichen Medienbildungsforschung und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Kulturwissenschaften der Universität Paderborn.