Zeitschrift merz | Einzelhefte

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Produktbeschreibung

Den Patriotismus als politische Tugend sah Montesquieu allein möglich in der Demokratie. In den verschiedenen Varianten seiner Auslegung im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass es häufig um die Definition von nah und fern ging - um die Akzeptanz von Fremdem, um ddas Praktiezieren von Gemeinsinn, eng verwandt mit dem Kosmopolitismus und Gedanken einer internationalen Solidarität in sich bergend.
Diese scheint jedoch in diesen Tagen weit entfernt, zumindest streng trennend zwischen Freund und Feind. Wer der Feind ist, hat sich nach dem 11. September deutlich gezeigt. Auch und vor allem in den Medien, die auf breiter Ebene zu beobachten und deren Entwicklungen zu interpretieren immer auch ein Anliegen von merz war.
Wie also ist es um dieBilder, die Sprache, die Inhalte unserer Kultur bestellt, wenn wir das Fernsehprogramm, die Printmedien, Computerspiele, TV-Soaps, das Internet daraufhin betrachten? Wie zeigen sich patriotische, ja möglicherweise auch nationalistische und militaristische Aspekte in den Mdien? Dass die Zeit nach dem 11.September 2001 für ein Anwachsen dieser Elemente weltweit prädestieniert war und noch immer ist, davon zeugen alle Beiträge dieses Heftes.
Rudolf Maresch beginnt den Thementeil, indem er zunächst die Begriffe historisch betrachtet, verschiedene Bezugspunkte zu den USA und Deutschland aufgreift und anhand von Film- und Musik-Beispielen den patriotischen Mainstream kommentiert. Das "deutsche WIR" reflektiert danach Georg Seesslen ebenfalls mit Beispielen aus Populär-Kultur. Hartmut Gieselmann, Experte auf dem Gebiet der Computerspiele, warnt vor eindimensionalen Einschätzungen der Spiele und ihrer formalen Möglichkeiten und verwist auf die bedrohlichen Inhalte. Der Filmemacher Martin Nowek beschreibt seine Medienerfahrung, die er auf seiner Reise in den Nahen Osten gemacht hat, und Michael Haller schliesslich fasst die Berichterstattung nach dem 11. 9. aus der Sicht des journalistischen Rollenverständnisses zusammen.
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell >>
> Jochen Mack: Ausstieg des SWR aus den fremdsprachlichen Programmen
> Walter Oberst: Ein leiser Abschied
thema >>
> Georg Seesslen: Wie deutsch ist es?
> Hartmut Gieselmann: Virtuelle Stahlgewitter
> Martin Nowek: CNN lies
> Michael Haller: Der Journalismus: Rollenspieler im Medien-Theater
> Rudolf Maresch: Are you passionate?

spektrum >>
> Jürgen Hüther: Fritz Stückrath (1902 - 1974)
medienreport >>
> Claudia Schmiderer: Ein ganz normaler Tag in Amerika
> Erwin Schaar: Die Welt in unseren Gedanken
> Günther Anfang: Neue Lernadventures
> Günther Anfang: Spielend Englisch lernen
> Kathrin Demmler: Unplugged - Das weltweite Netz hat Löcher
> Michael Bloech: Ãśber den Dächern...
> Reinhard Kleber: Klein aber oho!
> Wolfgang Brudny: Gesucht: flexibel und liberal

publikationen >>
> Andreas Beierwaltes: Demokratie und Medien
> Andreas Speit (Hg.): Ästhetische Mobilmachung
> Benedikt Descourvières: Kriegs-Schnitte
> Christina Holtz-Bacha: Wahlwerbug als politische Kultur. Parteienspots im Fernsehen
> Goedart Palm (Hg.): MedienTerrorKrieg. Zum neuen Kriegsparadigma des 21. Jahrhunderts
> Hannes Loh, Murat Güngör: Fear of a Kanak Planet
> Jürgen Zinnecker et al.: "null zoff & voll busy"
> Martin Büsser: Wie klingt die Neue Mitte?
> Politikunterricht im Informationszeitalter. Medien und neue Lernumgebungen
> Rüdiger Schmitt-Beck: Politische Kommunikation und Wählerverhalten. Ein internationaler Vergleich
> Searchlight u.a. (Hg.): White Noise
> Susanne Gaschke: Jugend ohne Selbstbewusstsein?
> Thomas Meyer: Mediokratie. Die Kolonisierung der Politik durch das Mediensystem

kolumne >>
> Krystian Woznicki: Der Patriot als Markenkonsument