IMAGO. Kunst.Pädagogik.Didaktik

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ISBN 978-3-86736-508-6
22,80 EUR
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Produktbeschreibung

Das Fach „Kunst“ im heutigen Bildungssystem wurzelt in der langen Tradition der europäischen Künste/TECHNAI/artes und ihrer Lehre. Im Rückgang auf deren komplexe Systematik macht das vorliegende Buch überraschende Kontinuitäten sichtbar, aber auch Missverständnisse, die sich in Neuzeit und Moderne ergeben haben: einerseits durch die z.T. negativen geschichtlichen Erfahrungen mit „Technik“ und „Technologie“, andererseits durch das verengte ästhetische Verständnis von „Kunst“.

Die rekonstruierende Erinnerung an das vollständige System der TECHNE/ars/Kunst macht deutlich, dass diese als universelles Prinzip maßgeblich ist für das Grundverständnis von Produktion, Rezeption, Lehren und Lernen in der europäischen Kunst und Kultur. Deren Grundsätze sind:
- Handelnkönnen
- Herstellenkönnen
- Gebrauchenkönnen
- Betrachten- und Verstehenkönnen
- Lehrenkönnen
- Lernenkönnen
Bestärkend und korrigierend ist das nicht nur für die heutige Kunstpädagogik und ihr Kunstverständnis, sondern auch für das Verständnis der Didaktik im Allgemeinen: Auch die heutige „Didaktik“ ist ein Abkömmling der alten Kunstlehre.

Das Buch ist ein Plädoyer für die Fachlichkeit der Fächer im System der allgemeinen Bildung: „Können“ und „Lehren-Können“ sind ohne Fachbezug und Fachlichkeit nicht möglich.

Der vorliegende Teil I der Untersuchung gilt dem antiken TECHNE-Begriff mit seiner Wurzel im „Können“ und „Vollbringen“.
Der später erscheinende zweite Teil wird den Zusammenhang zwischen der TECHNE und ihrer Lehre darstellen, der dritte Teil den Zusammenhang von TECHNE, Pädagogik, Didaktik und Bildung, namentlich in der Kunstpädagogik und ihrer Didaktik.
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I Einleitung: Grenzziehungen der Fachlichkeit

II Téchne – ars – Kunst

1 Uralte Verwirrung: Topik und Dialektik der Kunstlehre
1.1 Topik der Kunstlehre
1.2 Dialektik der Kunstlehre
1.3 Systematik der Kunstlehre als Problem

2 Vor aller Kunst: Musenzuspruch und Begeisterung
2.1 Anfang vor dem Anfang
2.2 Die Vorgaben der Musen
2.3 Peitho und Verbindlichkeit
2.4 Schöpferkraft und ingenium
2.5 Genie und Begeisterung
2.6 Verschließung und Permanenz des Musenzuspruchs in der Kunst der Moderne
2.7 Kunstpädagogische und -didaktische Bedeutung
2.8 Begeisterung und TECHNE

3 Techne und Poiesis
3.1 Können
3.2 Phänomenale Differenzen und existenziale Verfasstheit des Könnens
3.3 Vorbereitende Hermeneutik des Könnens
3.4 Poietische Techne: Herstellen-Können
3.5 Konstanz und Geschichtlichkeit der poietischen Techne
3.6 Verschließung und Permanenz der Techne in der Moderne

4 Dekonstruktion und Rekonstruktion der Poiesis in der Philosophie und Kunst der Moderne
4.1 Krisis und Gegenwart der technischen Poiesis
4.2 Werkherstellung als Verwirklichung und als Entwirklichung des Lebens
4.3 Die phänomenologisch-hermeneutische Dekonstruktion der Poiesis
4.4 Poiesis und Praxis – die aristotelische Unterscheidung
4.5 Poietische Praxis
4.6 Das Leben im Werk und das Werk im Leben
4.7 Die Dualität von Poiesis und Chresis
4.8 Fazit: Die Wiedergewinnung des systemischen Ganzen der Techne
4.9 Kunstpädagogische und -didaktische Bedeutung

5 Das künstlerische Vollbringen zwischen Musenanspruch, Techne und Peitho
5.1 Musische und nichtmusische Techne
5.2 Gebilde und Gebrauch
5.3 Darstellung und Betrachtung
5.4 Verbindlichkeit und Symmetria

III Die Künste des Hervorbringens und die Künste des Entsprechens

1 Rückblick zur Topik der Kunstlehre

2 Die poietische Praxis als Lebensform in der Sphäre des Scheins

3 Die technischen Regeln und die Virtuosität und Variabilitität ihrer Anwendung

4 Die relationale Systematik der Techne

5 Abschluss und Vorblick

Literatur

Schlagwortregister