Kulturelle Bildung

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Das Eigene im Schutz der Rolle zeigen

Die Entwicklung eines Praxiskonzepts für das Theaterspielen im Primarbereich

München 2018, 506 Seiten
ISBN 978-3-86736-480-5
29,80 EUR
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Produktbeschreibung

Theater ist mehr als die Produktion erfolgversprechender Stücke mit ästhetischer Dichte!

Die Erarbeitung eines Praxiskonzeptes für das Theaterspielen im Primarbereich wird methodisch im Rahmen einer Entwicklungs- und Evaluationsforschung angelegt, die theoretische Begründung und praktische Erprobung gleichermaßen ernst nimmt. Ziel ist es, die pädagogischen Wirkungsweisen von Theaterspielen unter den spezifischen Bedingungen von Grundschule zu verdeutlichen. Durch Einbeziehen der systemtheoretischen Sichtweise als Metatheorie kann die Integration von Aussagen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Teil­disziplinen erfolgen. Die Ausrichtung auf ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, auf die Aspekte Wahrnehmung, Emotion und Körper wird möglich. Unter Berücksichtigung zunehmender Heterogenität an der Schule werden Bildungserwartungen an Theaterspielen wie eine erhöhte Chance zu kultureller Partizipation skizziert. Grundvoraussetzung dafür ist eine auf Prävention und Resilienzförderung ausgerichtete ästhetische Erziehung. Retrospektiv wird im Blick auf schulische Theaterpraxis erforscht, wie Rollenorientierung, Biografiebezogenheit und kollektivierende Inszenierungsformen zur Bewältigung zentraler Entwicklungsaufgaben beitragen können. Aus der Untersuchung lassen sich wegweisende Erkenntnisse für theaterpädagogisches Handeln in schulischer Praxis und Lehrerbildung ableiten.
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 13

2. Begründung des Themas
2.1 Die Situation der Theaterpädagogik im Primarbereich
2.1.1. Die spezielle Zielgruppe Kinder
2.1.2. Gegenwärtige Perspektiven zur Verankerung von Theaterspielen an Grundschulen in Bayern
2.1.3. Zur Ausbildungssituation für Theaterarbeit im Primarbereich
2.1.4. Das fehlende Allgemeinverständnis schulischer Theaterarbeit im Primarbereich
2.2. Theaterpädagogische Forschung und Theoriebildung mit Relevanz für das Theaterspielen an der Grundschule
2.2.1. Grundlagentheoretische Untersuchungen
2.2.2. Theaterpädagogische Konzeptionen
2.2.3. Empirische Wirkungsforschung zum Theaterspielen
2.2.4. Schlussfolgerungen für mein Forschungsvorhaben
2.3. Der Standpunkt der Verfasserin
2.3.1. Erfahrungen in Studium und beruflicher Weiterbildung
2.3.2. Bedeutung eigener Spielerfahrungen für die Arbeit mit Kindern
2.3.3. Bedeutung gegenwärtiger Berufs- und Spielpraxis für die Arbeit
2.4. Methodisches Vorgehen
2.4.1. Methodologische Überlegungen
2.4.2. Aufbau der Arbeit

3. Bildung und Erziehung als Rahmen für Theaterspielen mit Kindern in der Grundschule
3.1. Bildungs- und Erziehungsaspekte im Lehrplan mit Relevanz für den Gegenstand Theaterspielen
3.1.1. Schwerpunktaspekte aus dem LehrplanPLUS für die Grundschule in Bayern
3.1.2. Bildungsaspekte unter systemtheoretisch-konstruktivistischer Sichtweise
3.1.3. Zwischen normativer Bildung und individueller Persönlichkeitsbildung
3.1.4. Kulturelle Teilhabe als wesentlicher Aspekt grundlegender Bildung
3.1.5. Erweiterung des formalen Bildungsbegriffs
3.2. Die Diskussion um ein Verständnis von Erziehung und ihre Unverzichtbarkeit
3.2.1. Kritik am Erziehungsbegriff
3.2.2. Gesellschaft und Familie als Bezugsgröße von Erziehungswirklichkeit
3.2.3. Heterogenität und Erziehungsauftrag an der Grundschule St. Leonhard
3.3. Prävention als Teil des Erziehungskonzepts
3.3.1. Resilienzförderung als Mitte eines ausgleichenden Erziehungskonzeptes
3.3.2. Theaterspielen als Element schulischer Resilienzförderung
3.4. Die Haltung des Erziehenden im Rahmen schulischer Theaterarbeit
3.4.1. Begegnung mit dem Anderen
3.4.2. Hinweise aus der empirischen Forschung zu Haltung und Selbstverständnis von Theaterlehrern
3.4.3. Theaterlehrer als konstante Begleiter in vielfältigen Rollen
3.5. Zum Verständnis von Erziehung aus systemtheoretischer Sicht
3.5.1. Die autopoietische Organisation psychischer Systeme
3.5.2. Erziehung und rekursive Prozesse
3.5.3. Büelers Modell erzieherischer Kommunikation
3.5.4. Die Wirkung von Komplexität und Kontingenz auf den Erziehungsprozess
3.5.5. Beschreibung theaterpädagogischer Erziehungspraxis aus systemtheoretischer Sicht
3.6. Theatral-ästhetische Erziehung und Bildung als Kommunikationssystem

4. Theoretische Grundlagen einer ästhetischen Erziehung und Bildung
4.1. Ästhetische Erziehung und Bildung im weiteren Sinne
4.1.1. Sinnliche Wahrnehmung und Bewegungserfahrung als Voraussetzung für schulische Lernprozesse
4.1.2. Das Zusammenspiel verschiedener Sinneskanäle im Prozess der Wahrnehmung
4.1.3. Koordination als Grundprinzip körperlicher Funktionsfähigkeit
4.1.4. Das Sinnessystem als strukturgebender Bezugsrahmen ästhetischer Erziehung und Bildung
4.1.5. Sinnliche Wahrnehmung und Bewegung als Grundkategorien des kindlichen Selbstkonzepts
4.1.6. Wahrnehmung als ästhetischer Vorgang
4.1.7. Bildung unter dem Einfluss emotionaler und körperlicher Faktoren
4.2. Ästhetische Bildung und Erziehung im engeren Sinn
4.2.1. Deutungsweisen der Kunsterfahrung im Bildungsprozess
4.2.2. Der Autonomiecharakter des Theaterspielens im Bildungskontext
4.3. Theaterspielen als spezifischer Handlungsrahmen
4.3.1. Die Analyse der Spielrahmens Theater
4.3.2. Grundkategorien des Handlungsrahmens Theater
4.3.3. Initiieren vom Bildungsprozessen durch Theaterspielen
4.3.4. Ästhetische Bildung und Erziehung im Theater mit Kindern

5. Spiel im Kontext von Entwicklung
5.1. Spiel in seiner Bedeutung für die Entwicklung des Kindes
5.1.1. Wunscherfüllung als Erklärungsmodell für Spiel
5.1.2. Spiel als zweckfreies Handeln (Flow)
5.1.3. Die Befriedigung kindlicher Grundbedürfnisse im Spiel
5.1.4. Die Ausrichtung auf den Gegenstand im Spiel
5.1.5. Das Kind als Rollenspieler
5.2. Gelingende Abstimmungsprozesse als Voraussetzung von Spiel
5.2.1. Geteilte Affektzustände als Basis gelingender Synchronisierung
5.2.2. Interaktion unter Gleichaltrigen als Entwicklungsaufgabe
5.2.3. Stufen der Perspektivenübernahme im Grundschulalter
5.2.4. Handlungsregulation als Voraussetzung gelingender Interaktion
5.2.5. Der kompetente Spielpartner und die Zone nächster Entwicklung
5.3. Der Handlungsrahmen Spiel
5.3.1. Die Integration der Realitätsebenen Fiktion und Wirklichkeit im Spiel
5.3.2. Der gemeinsame Wechsel der Realitätsebene im Spiel
5.3.3. Handlungsschemata und Skripts als stützende Orientierungsmuster
5.3.4. Die Bedeutung der Regel im Spiel
5.4. Der übergeordnete Gegenstand als Ausdruck relevanter Entwicklungsthemen
5.4.1. Räumliche und narrative Aspekte zur Identifikation des ÜG
5.4.2. Einordnung einer Spielhandlung im Entwicklungszusammenhang
5.4.3. Biografische Aspekte des übergeordneten Gegenstands
5.4.4. Möglichkeiten der Bewältigung aus neurobiologischer Sicht
5.4.5. Spiel als integrierendes Medium für Biografie und fiktive Episoden
5.5. Konsequenzen für den pädagogischen Rahmen Theaterspielen in der Schule
5.5.1. Entwicklungspotenziale unter dem Aspekt des Selbstbezugs beim Theaterspielen mit Kindern
5.5.2. Entwicklungspotenziale unter dem Aspekt des Sozialbezugs im Theaterspielen mit Kindern
5.5.3. Entwicklungspotenziale unter dem Aspekt des Sachbezugs beim Theaterspielen mit Kindern
5.6. Biografieorientierung als zentrale Perspektive für das Theaterspielen mit Kindern in der Grundschule
5.6.1. Vom Subjekt her begründet
5.6.2. Gesellschaftliche Begründung
5.6.3. Biografische Arbeit als ästhetische Erfahrung

6. Theaterpädagogische und rollenorientierte Modelle für die Arbeit mit Kindern in der Grundschule
6.1. Karola Wenzel: „Theater mit Kindern: Die Arena des Anderen“
6.1.1. Die Sicht des Kindes
6.1.2. Postdramatische Elemente im Theaterspielen mit Kindern
6.1.3. Philosophie mit Kindern
6.1.4. Improvisation als vorrangiger Handlungsrahmen im Theater mit Kindern
6.1.5. Der generationale Austausch im mimetischen Prozess
6.1.6. Die Dramaturgie des Kinderspiels
6.1.7. Auswertung des Modells „Theater mit Kindern: Die Arena des Anderen“ von Karola Wenzel
6.2. Gitta Martens „Playbacktheater in Grundschule und Freizeit“
6.2.1. Erzählen im Playbacktheater mit Kindern
6.2.2. Improvisierendes Spielen im Playbacktheater mit Kindern
6.2.3. Altersgemäße Spielweise und Ästhetik
6.2.4. Zielsetzung
6.2.5. Die Moderation als Multifunktion
6.2.6. Vom improvisierenden Playback zum wiederholbaren Theaterstück
6.2.7. Playbacktheater in der Schule
6.2.8. Auswertung des Modells „Playbacktheater mit Kindern“ von Gitta Martens
6.3. Alfons Aichinger: Kinderpsychodrama in Therapie und Schule
6.3.1. Symbolspiel im therapeutischen Setting
6.3.2. Pädagogisches Setting
6.3.3. Vorgehen im Spiel
6.3.4. Interventionsformen der Spielleitung
6.3.5. Auswertung des Modells „Kinderpsychodrama in Therapie und Schule“ von Alfons Aichinger
6.4. Tabellarische Gegenüberstellung der drei Modelle

7. Konzeptentwicklung 303
7.1. Methodisches Vorgehen
7.2. Ensemblebildung und Erzeugen von Kohäsion
7.2.1. Sich im Kreis zusammenfinden
7.2.2. Den Raum einnehmen
7.2.3. Führung in der Gruppe übernehmen und abgeben
7.3. Die Entwicklung eines Gruppenthemas
7.3.1. Metaebene Fiktion als Lieferant eines Gruppenthemas
7.3.2. Metaebene Realität als Lieferant eines Gruppenthemas
7.4. Basisarbeit Theater
7.4.1. Von der Themenfindung zur Materialsammlung
7.4.2. Einführung in theaterästhetische Mittel
7.5. Rollenübernahme, Verwandlung und Figurenentwicklung
7.5.1. Figurenentwicklung über Einfühlung und Identifikation
7.5.2. Figurengestaltung über Körper und Bewegung
7.5.3. Körperorientierte Rollenarbeit in Improvisationsschleifen Weg 1
7.5.4. Individuelle Rollenkonstruktion als Zentrum von Rollenübernahme Weg 2
7.6. Improvisation
7.6.1. Merkmale von Improvisation
7.6.2. Improvisation als besondere Art des Problemlösens
7.6.3. Spontaneität im Rahmen von Improvisation (anthropologische Überlegungen)
7.6.4. Improvisation und Zielorientierung (soziologische Perspektive)
7.6.5. Verschiedene Improvisationsformen
7.6.6. Potenziale von Improvisation aus theaterpädagogischer Perspektive
7.6.7. Beispiele strukturierter Improvisationen zur Generierung szenischen Materials
7.7. Die Inszenierungsphase
7.7.1. Improvisationsergebnisse wiederholbar machen
7.7.2. Kinder und der Blick des Publikums
7.7.3. Aufgaben der Spielleitung in der Inszenierungsphase
7.7.4. Festlegung auf Ebene wesentlicher Basisfaktoren von Theater
7.7.5. Die Anordnung biografischen Materials im Stück
7.7.6. Probenphase
7.8. Die Aufführung
7.8.1. Von der Proben- in die Aufführungsphase
7.8.2. Die Aufführung als Ereignis für den einzelnen Spieler
7.9. Drei Projekte in der Gegenüberstellung

8. Fazit
8.1. Ergebnisse theoretischer Erkenntnisgewinnung bezüglich theatral-ästhetischer Erziehung und Bildung
8.1.1. Hauptaspekte schulischer Bildungsdiskussion
8.1.2. Ein ressourcenorientiertes Erziehungskonzept
8.1.3. Sinne, Körper und Bewegung – Zentrale Komponenten ästhetischer Erziehung und Bildung
8.1.4. Theater als Kunst mit Kindern – Credo einer theatral-ästhtischen Erziehung und Bildung
8.1.5. Freies Spiel und Entwicklung – Der Schritt in die nächste Zone
8.1.6. Entwicklungsrelevante Aspekte freien Spiels mit Bedeutung für das Theaterspielen
8.1.7. Unterschiedliche methodische Ansätze subjektbezogenen Spiels
8.2. Persönlichkeitsentwicklung in den Projektphasen schulischer Theaterarbeit
8.3. Anschlussmöglichkeiten und Grenzen von Theaterarbeit auf verschiedenen Systemebenen von Grundschule
8.4. Reflexion der Forschungsmethode
8.4.1. Das interdisziplinäre Vorgehen
8.4.2. Das Verhältnis Theorie – Praxis
8.4.3. Weiterführende Forschungsperspektiven
8.4.4. Folgerungen für die Theorie
8.4.5. Folgerungen für die Praxis
8.5. Schlussreflexion

Literaturverzeichnis