Zeitschrift merz | Einzelhefte

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Produktbeschreibung

Es ist immer wieder das alte Versprechen: „Ein neues Medium macht die Bürger selbstbestimmter, aufgeklärter und selbstbewusster.“ So wurde vor zwanzig Jahren bei der Einführung des Privatfernsehens argumentiert – damals sollten zum Beispiel die für jeden zugänglichen „Offenen Kanäle“ für eine Beteiligung der Bürger an den Programmen sorgen. Ähnliche Hoffnungen verbanden sich mit der Verbreitung des Internet, die vor mehr als zehn Jahren begann: Das weltweite Netz könnte Informationen auch denen zugänglich machen, die bisher keinen Zugriff auf Bibliotheken und Archive haben.

Doch die Realität sieht häufig anders aus. Die „Offenen Kanäle“ haben die Nutzung des Fernsehens nicht wesentlich verändert, und das restliche Privatfernsehen hat das Niveau des Programms eher in Ausnahmefällen gehoben. Beim Internet ist das Ergebnis der Entwicklung noch schwer abzuschätzen. Vielleicht ermöglicht auch dieses Medium vor allem den bereits Informierten, sich besser zu informieren, während der bildungsferne Teil der Bevölkerung entweder keinen Zugang zum Internet hat oder ihn auf eine Weise nutzt, die emanzipatorischen Idealen nicht unbedingt entspricht.

Umso wichtiger erscheint uns die Beschreibung solcher Projekte, die etwas für die Realisierung der alten Ideale unternehmen. Die „Lernräume der Zukunft“ sind zwar noch mit einem Fragezeichen versehen, deuten aber bereits in die richtige Richtung.
Einige positive Beispiele virtueller Museumspräsentationen befinden sich schon im Netz und werden im ersten Beitrag von Hans-Dieter Kübler vorgestellt. Wie sehr LehrerInnen von der Ãśberlegenheit ihrer SchülerInnen in Sachen Computer profitieren können, schildert Maike Ziemer anhand des Projektes „teach your teacher“. Kathrin Demmler stellt das VirtuelleUmweltbildungsZentrum (VUZ) vor und Hans Toman plädiert für den Einsatz des Computers für das Lesenlernen. Die Zusammenhänge von realer und virtueller Architektur im Rahmen von mobilem Lernen untersuchen Julia Sonnberger und Thorsten Klooster von der BTU Cottbus. Markus Lermen und Henning Pätzold plädieren wegen ihrer besonderen Kommunikationsformen für Chat-Rooms in der universitären Ausbildung.
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell >>
> Alles andere als Medienmuffel
> Babys vor dem Bildschirm
> Chat-Werkzeuge für E-Learning
> Jugendschutz im Internet
> media art meets media education
> Werbung im Fernsehen
> „... nicht lässig mit diesen Formaten umgehen“

thema >>
> Hans Toman: Lesenlernen am PC
> Hans-Dieter Kübler: (Virtuelles) Lernen im Museum?
> Julia Sonnberger und Thorsten Klooster: Notebook University
> Kathrin Demmler: Umwelt im Netz schützen?
> Maike Ziemer: Schule auf den Kopf gestellt
> Markus Lermen und Henning Pätzold: Chats als Lernräume in der Hochschulausbildung

spektrum >>
> Andrea Sievers: "Wir reden, über was wir wollen"
> Jürgen Hüther: Pioniere und Wegbereiter der Medienpädagogik (12)
> Rudolf Maresch: Gespenster-Pädagogik

medienreport >>
> Daniel Ammann: Spielgeschichten: Kinder- und Jugendliteratur auf CD-ROM
> Michelle Bichler: Japanische Zeichentrickserien im deutschen Fernsehen
> Sophie Anfang: Schätze suchen in Schmuggler Bucht? - Lieber nicht!
> Thomas Jacob und Hartmut Warkus: Rätselhafte Geschichten
> Tilmann P. Gangloff: Auch keine Insel der Seligkeit mehr
> Tilmann P. Gangloff: Lizenz zum Gelddrucken - Reklame in Kinofilmen
> Tilmann P. Gangloff: Töten Soldaten gerne?
> Tilmann P. Gangloff: Viel SpaÃź mit Bob
> Udo Feist: Kinski mit Erdbeermund

publikationen >>
> Anke Grotlüschen: Widerständiges Lernen im Web - virtuell selbstbestimmt?
> Georg SeeÃźlen, Fernand Jung: Science Fiction
> Katja Bett, Joachim Wedekind (Hg.): Lernplattformen in der Praxis
> Michael Schenk: Medienwirkungsforschung
> Norbert Götz: Aufgefangen im Netz
> P. Lutz, Th. Macho, G. Staupe, H. Zirden (Hg.): Der (im-)perfekte Mensch
> Papierräusche
> Patricia Arnold: Kooperatives Lernen im Internet
> Reinhild Möller (`Hg.): Blickwechsel.

kolumne >>
> Rudolf Maresch: Auf hoher See