Zeitschrift Medien & Altern | Einzelausgaben

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Diversitärer Medienumgang Älterer

Medien & Altern Heft 3 (November 2013) | Zeitschrift für Forschung und Praxis

München 2013, 116 Seiten
ISSN 2195-3341
15,00 EUR
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Produktbeschreibung

Gut zwanzig Jahre dauert derzeit im Durchschnitt die nachberufliche Lebensphase, bei den Frauen meist etwas länger, bei den Männern mitunter auch kürzer – ungeachtet, dass derzeit das Eintrittsalter für Rente und Pension allmählich ansteigt. Denn die allgemeine Lebenserwartung nimmt ebenfalls zu. Teilt man die Biografie in Kindheit, Jugend und Ausbildung, Erwerbsleben ein, so ist das so genannte Alter nach der beruflichen Lebensphase die zweitlängste – mit wachsender Tendenz infolge der steigenden Lebenserwartung. Entsprechend differenzieren sich ihre Gestaltung und Modalität zunehmend aus, bedingt von den allgemein wirksamen Konstellationen und Faktoren wie Lebenslage, finanzielle Ressourcen (Altersarmut), Habitus, kulturellem Kapital, Bildung, Geschlecht, aber natürlich auch durch den Gesundheitszustand, die physische und psychische Intaktheit, Aktivität und soziale Interaktivität, wobei diese ohne Frage mit den Jahren abnehmen. Auf diese Entwicklungen hat die Altersforschung – nicht zuletzt ihre angewandte Komponente, die altersbezogene Konsum- und Werbeforschung – reagiert und teilt die Altersphase zumindest grob in die des jungen oder aktiven Alters, in das mittlere und das hohe Alter ein und versieht sie – zumal mit Blick auf ihre Kunden – mit recht kreativen Etiketten. Gegenüber der früheren, lange vorfindlichen Ignoranz oder nur vordergründigen Beachtung geht diese Aufteilung schon ein Stück weiter und begnügt sich auch nicht mehr nur mit dem pauschalen Attribut des 60+ oder 65+, aber für eine möglichst sensible und differenzierte Sozialforschung reicht dieser Schritt längst noch nicht aus. Denn entsprechend den globalen, sozialen Trends wie der sich verstärkenden Individualisierung, der anhaltenden Migration, der Auflösung alter bzw. Entwicklung neuer Formen des sozialen Zusammenlebens (patchwork) und des Wohnens, der Flexibilisierung von Lebensmustern, den diversen Bildungsangeboten (lebenslanges Lernen) und Optionen kultureller Teilhabe, der Expansion informeller und formeller Betreuung durch Sozialeinrichtungen, des medizinischen Fortschritts mit vielen RehabilitationsmaÃźnahmen und technischen Hilfen schreitet die Vielfalt (Diversität) der Lebensgestaltung in vielerlei Hinsicht auch im Alter – etwa Verlauf, soziale Integration, Mobilität und Aktionsradius, Bedürfnisse, kulturelle Praktiken und Welterfahrung – voran.
 

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
Thema: Diversitärer Medienumgang Älterer


Hans-Dieter Kübler
Editorial

Bernhard Engel
Mediennutzung im Alter: Analysen zur Medienausstattung und Mediennutzung auf Basis der Studie Massenkommunikation 1970-2010

Thomas Wilke
Senioren im Radio – Radio durch Senioren: Der Wandel von Mediennutzern zu Medienproduzenten im höheren Lebensalter am Beispiel von Funkreif

Thorsten Naab, Helmut Scherer, Katharina Emde, Agnes Dyszy, Stephanie Engel & Julia Sponer
Vertrautheit und Gewohnheit: Die Rolle der Mediennutzung in Senioreneinrichtungen

Walter Wittkämper
Zur Bedeutung traditioneller Medien für pflegebedürftige Menschen im hohen Alter: Die mediengeragogische Perspektive

Ulrike Spree
Kulturelle Teilhabe ermöglichen: Möglichkeiten und Grenzen der zielgruppenorientierten Bibliotheksarbeit für Menschen mit Demenz

Berichte aus Forschung und Praxis

Daniel Diegmann
Tagungsbericht: „Alter(n) – Medien – Biografie. Jahrestagung des Gesellschaft – Alter(n) – Medien e.V.“

Julia Thomé
Kreativität und neue Medien im Generationendialog: Das EU-Projekt mix@ges

Rezensionen

Kim de Groote
Kruse, Andreas (Hrsg.) (2012). Kreativität und Medien im Alter

Eric Schmitt
Tobias Müller (2013). Superhelden-Cape und Krückstock? Die Darstellung des Alterns
im Comic „The Dark Knight Returns“

Miriam Seidler
Albrecht Weber (2013). Studien zum Phänomen des Alterns im Spiegel von Literatur

Autorinnen und Autoren